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Komm, wir fahren nach Amsterdam

Am letzten Wochenende war es wieder soweit, der Valtentinstag jährte sich und mein Kopf hatte erneut die glorreiche Idee ausgespuckt, den Tag bzw das Wochenende der Liebe in Amsterdam zu verbringen.

Diese Stadt hat mich im letzten Jahr so fasziniert, dass ich bis dato unzählige Bilder angesehen und Reiseberichte so wie Insider Tipps gelesen habe. Amsterdam ist anders, aber auf eine bunte, interessante und kontrastreiche wilde Art.

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Beim ersten Besuch hatte mich diese niederländische Metropole schon fast überfordert. So viele Eindrücke prasseln auf einen ein und dann muss man sich auch noch in den unzähligen kleinen Gassen und Grachten zurecht finden, während Motorroller, Fahrräder, Autos und Kleintransporter gefährlich schnell und nahe an einem vorbeirauschen. Amsterdam ist voll, chaotisch und wuselig. Aber das macht die Stadt aus und nimmt ihr kein bisschen von ihrem Charme, es gehört einfach dazu, wie Tulpen zu Holland.

Wenn man sich erst mal ein kleines bisschen orientiert hat, dann hat man auch endlich Zeit und Muße für die Schönheit einer Stadt, deren Fassade herrlich alt und altmodisch ist, aber deren Innenleben modern ist, aufgeklärt und freigeistig. Dass van Gogh sich hier wohlgefühlt hat, kreativ sein konnte und sich und seine Kunst ausgelebt hat, das wundert mich nicht. Ich finde, Amsterdam bietet Raum für jeden Kopf und für jeden geistigen Erguss.


Wer mit offenen Augen durch seine Straßen und vor allem durch seine kleinen Gassen wandelt, der entdeckt Kunst an Hauswänden und auf dem alten Pflaster.


Irgendwie bietet jede neue Plein, Straat oder Gracht eine neue kleine Besonderheit oder Überraschung. Die zu entdecken fand ich beim ersten Besuch allerdings nahezu unmöglich, weil ich gar nicht wusste, in welche Richtung ich zu erst blicken sollte und mir so das eine oder andere entgangen war. Aber dafür sind ja zweite oder dritte, vierte und fünfte Anreisen da.


Amsterdam nimmt seine Besucher mit, fängt sie ein und zeigt ihnen eine Welt, die irgendwie auf uns straighte Deutsche befremdlich, ja schon fast surreal wirkt. Es ist kaum Ordnung zu erkennen, alles läuft, fährt, geht, steht, wohnt, prangt und lebt durcheinander und ohne Muster. Wenn ich das Stadtbild betrachte, dann erwarte ich immer unweigerlich Hippies in bunten VW Bussen und Frauen mit Blumenkränzen im Haar, die durch die Strassen tanzen und Love, Peace and Harmony propagieren. Und am liebsten würde ich mittanzen und mich treiben lassen, wobei, bei meinem Glück lande ich sofort in einer der Grachten.

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Die sind leider ein bisschen enttäuschend, denn da schwimmt dann doch so der eine oder andere Müll drin rum und was ich etwas ungünstig finde, dass die nicht alle seitlich ein Geländer haben, was bei dem Verkehrsaufkommen manchmal schon schön wäre. Ich sage nur: Reinsturzgefahr.


Das Publikum in Amsterdam ist ebenso vielfältig wie das Stadtbild. Jung und alt, viele Touristen, Studenten, Künstler, Einheimische, Spießer, Freigeister, Kiffer, dunkle Gestalten, Familien, Menschen jeder couleur und jeder kann und darf scheinbar so sein, wie er ist. So zumindest erlebe ich es als Besucher. Und noch etwas erlebe ich – Freundlichkeit und ein lächelndes Gegenüber. Das sind zwei Dinge, die ich in meiner Heimat immer sehr vermisse. Der Holländer an sich ist schon eine Marke, finde ich, aber eine liebenswürdige. Und das liegt nicht nur am putzigen Klang der Sprache. Ich war nun schon so oft in Holland und habe immer fast nur nette lachende lustige Menschen erlebt.

Anekdötchen vom letzten Wochenende: Ich wollte den Kindern kleine Amsterdam Canvas Cross Shoulder Bags kaufen und die Frau des Verkäufers suchte minutenlang im Lager nach noch neu-verpackten Exemplaren, fand sie aber nicht. Der Mann scannte die Ausstellungsstücke,packte sie ein und just in dem Moment ging Ihr ein Licht auf, dass sie an der falschen Stelle gesucht hatte und gab ihm die verpackten Bags. Er nahm die anderen aus der Tasche und sagte beim neuen Einpacken der neuen ganz trocken:“ She drinks a lot.“ Verdrehte die Augen und zwinkerte mir dann zu.

Ich könnte jetzt noch stundenlang schwärmen und philosophieren und wieder schwärmen und lamentieren, aber das wäre für Euch ein bisschen langweilig, glaube ich. Deswegen schließe ich jetzt und kündige Euch schon an, dass es noch zwei weitere Postings zum Thema „Amsterdam“ geben wird. Für einen Einzelpost war es einfach zu viel. Morgen dann also ein paar Dinge, die man unbedingt gesehen haben muss und das sind garantiert noch längst nicht alle und dann übermorgen ein paar Überlebenstipps für Amsterdam.

Bis morgen also.

Über den Autor

Wiebke

Wiebke

Geboren 1977 und beschenkt mit 150cm quirliger Lebensgröße.
Lebensumarmerin, Pferdestehlerin, Situationskomikerin, Genießerin und Grüblerin.
Irgendwas zwischen modebegeistert und modekritisch, Schuhrudelführerin und Stilsammlerin.
Mama und Hundefrauchen.
Klein aber fein und trotzdem KEIN PÜPPCHEN!

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