Komm, wir fahren nach Amsterdam III

Ein paar Tipps zum Überleben in der Stadt habe ich natürlich auch noch:

Wer nicht im Stadtzentrum wohnt, der sollte nicht mit dem Auto in selbiges fahren. In Amsterdam Mitte gibt es kaum Parkplätze und man muss teuer auf Sammelplätzen parken, die gerne von Autodieben besucht werden. Wer auf das geliebte KFZ nicht verzichten möchte – parkt am Stadion von Ajax Amsterdam oder hinter dem Hauptbahnhof, die Fährüberfahrt von dort ist kostenlos. Allen anderen lege ich das  Tagesticket der GVB an Herz. Für 7,50€ könnt Ihr 24 Stunden lang durch ganz Amsterdam fahren, egal ob mit der Fähre, der Straßenbahn, den Bussen oder der Metro. So kommt Ihr auch in die abgelegenen Orte, wie das Schifffahrtsmuseum und die tolle Pythonbrücke. Außerdem fahren die Busse und Straßenbahnen zum Teil an den Sehenswürdigkeiten vorbei, so dass man sich die teuren Touristenbusse sparen kann. Meine Empfehlung – nehmt die Linie 2, da habt Ihr die Hauptsehenswürdigkeiten in einer Strecke. Käuflich erwerben könnt Ihr das in den Bussen oder Straßenbahnen selbst.

Die GVB hat auch eine App fürs Handy, die vom aktuellen Standpunkt die möglichen Verbindungen zum nächsten Ziel aufzeigt, inklusive Laufwege zu den Haltestellen. Das geht allerdings auch ganz wunderbar mit Google Maps. Dort einfach die Navigation auf öffentliche Verkehrsmittel umstellen.

Eine weitere praktische App ist MyMaps von Google. Erstens könnt Ihr hier vor Reiseantritt alles eintragen, was Ihr Euch ansehen wollt und zweitens bietet MyMaps die Option, diese Karte dann aufs Handy downzuloaden, so dass Ihr in der Stadt das teure Datenroaming ausgeschaltet lassen könnt. Außerdem gibt es hier die Möglichkeit die Karte in Maps einblenden zu lassen, so dass Ihr die Navigation dann dort direkt per Fingerdruck erledigen könnt. Bei unserem ersten Besuch in Amsterdam hatten wir das nicht und ich muss sagen, das war nicht nur stressig, wir haben damals viel Zeit für zu viele unnötige Wege verloren und dadurch vieles nicht besuchen können.

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TripAdvisor ist eine gute Infoquelle für die lohnenswerten Hot Spots. Hier kann jeder seine Reisetipps einstellen und so bekommt man manches Insiderwissen incl. Fotos kostenlos zur Verfügung gestellt. So haben wir zum Beispiel die versteckte Dachboden-Kirche gefunden und auch den ältesten Coffee-Shop Amsterdams. Da die Navigation in dieser App eher mittelmäßig ist, haben wir die Adressen einfach in MyMaps eingetragen.

Wer nicht teurer einkaufen will als nötig, der sollte nach dem hellblauen Schriftzug von AlbertHeijn Ausschau halten. Diese Supermarktkette hatte überall in der Stadt kleine Filialen (z.B. direkt am Nieuwmarkt) und anders als in den Kiosken kosten hier kleine Snacks und Getränke den regulären Discount-Preis. Übrigens gibt es hier auch die überall angebotenen und gefährlich leckeren Stroopwaffeln. Meine Kinder und ich lieben die, aber kauft die besser im Supermarkt als in den ganzen kleinen Touristenmagneten, da sind sie nämlich doppelt so teuer und kein Stück besser. Und auch den berühmten Polderkaas bekommt Ihr dort und zwar in fast allen Geschmacksrichtungen, aber eben nur für den halben Preis.
Wer Käse liebt, der sollte Polderkaas in jedem Fall probieren und auch mitnehmen. Wer total auf alten Gouda steht, der lässt besser die Finger vom Old Amsterdam und kostet Zaanlander, der ist um Längen würziger und cremiger. Also einfach auf dem Rückweg nach Hause einen Stopp in der nächsten Albert Heijn Filiale einplanen (zeigt Euch Maps an) und dort mit Lebensmitteln eindecken. Das Auto steht dann ja schließlich direkt vor der Tür. Das spart Geld, schont den Rücken und ermöglicht es auch noch Vla und Fruithaagel mitzunehmen. Was Fruithaagel ist? Eine perverse Köstlichkeit. Wie das Zitronenteegranulat aus der Kindheit nur bunt und mit Fruchtgeschmack zum Aufsteuen aufs Brot. Ein Regenbogen zum Essen – absolut lecker

Und noch was –  in Holland haben die Geschäfte auch Sonntags geöffnet.

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Apropos Geschäfte – solltet Ihr eine Reise nach Amsterdam planen, dann spart Euch Euer Bekleidungsbudget für dort auf. Es lohnt sich absolut in Amsterdam auch shoppen zu gehen (wie schon drei bis sieben mal erwähnt).

Mein letzter Tipp betrifft das Hotel und ich gebe zu, hier bin ich ganz weit weg von objektiv:

Ich würde und werde immer wieder ins Hotel Herbergh Amsterdam Airport einchecken. Dieses Hotel ist zauberhaft, klein und gemütlich. Ein familiengeführtes herzliches Boutique-Hotel in der Nähe des Amsterdamer Flughafen (eigentlich ist alles in Amsterdam in der Nähe vom Flughafen).

Wer jetzt bei dem Wort „Flughafen“ an Lärm und viel Verkehr denkt, der irrt. Die Flugzeuge sind schon draußen kaum zu hören und im Hotel verstummen sie vollständig. Verkehr herrscht auch kaum und trotzdem liegt das Hotel absolut günstig, denn nur fünf Gehminuten entfernt ist eine Bushaltestelle und ca 40 Minuten später steht man mitten im Stadtzentrum am Bloemenmarkt.

Die Zimmer sind ausreichend groß für einen Aufenthalt von zwei drei Tagen und wer mit Freunden reist, für den ist vielleicht die Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern eine schöne Alternative. Und vor allem – es ist absolut sauber, was mir persönlich super wichtig ist.

Der absolut Hauptgewinn des Hotels ist aber die Küche. Noch nie habe ich so gut gegessen, wie im hoteleigenen Restaurant „La Bouche“. Das ist dinieren auf allerhöchstem Niveau, genauer gesagt, auf Michelin Niveau. Grandios! Tolles Ambiente, super nettes aufmerksames Personal und ein Geschmack, der für mich seines Gleichen sucht. Mit ca 50€ pro Person ist man hier gut dabei und bekommt so köstliche Gerichte wie Schnecken in Pernod-Gorgonzola Sauce, Irish Steak mit sautierten Pilzen und eine Käseplatte, in der ich mich wälzen würde. Zu den Pommes gibt es selbstgemachten Ketch-up und/oder selbsgemachte Mayo und überhaupt, sollte ich jetzt mal aufhören zu schwärmen, sonst sitze ich gleich im Auto auf dem Weg ins Restaurant. Zum „La Bouche“ gibt es auch noch das „La Bocca“, einen Italiener, zu dem ich aber nichts sagen kann.

Der Preis für die Übernachtung sei vielleicht noch etwas erwähnt. Regulär liegt der um die 120€ pro Zimmer/pro Nacht, wer aber recherchiert, der findet zum Beispiel bei hotel.de die Übernachtung für 65€.

Die Preise sind exklusive Frühstück und da sind wir auch beim einzigen Kritikpunkt am Herbergh. Das Frühstück ist mit 14,50€ in meinen Augen ein wenig zu teuer in Relation zu dem, was geboten wird. Natürlich ist alles da, was man für ein normales Frühstück braucht, aber die Produkte sind nicht herausragend. Mir persönlich fehlen auch ein Müsli und Obstsalat. Aber das ist auch nur Meckern auf schon höherem Niveau. Es schmeckt und stärkt fürs Sightseeing.

Ein weiteres Manko, aber eher eines mit Augenzwinkern, ist die Treppe rauf zu den Hotelzimmern. Die ist so unglaublich steil, dass ich mit meinen 150cm Körpergröße fast unfreiwillig auf alle Vieren da hinauf steige. Also bepackt mit Koffer und Kameratasche ist die eine Herausforderung, das kann ich Euch sagen. Praktisch ist sie dann allerdings am Abend, nachdem man vollgefuttert aus dem „La Bouche“ kommt, da ist nämlich das Klettern auf allen Vieren ohne großes Bücken die Erleichterung pur.

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Wem das Herbergh nicht zusagt, dem bietet Amsterdam unzählige andere Möglichkeiten. Hotels, B&Bs, Hausboote (möchte ich unbedingt mal machen), Appartemens, Pensionen und und und. In Randlage, mitten im pulsierenden Leben oder ganz kreativ in irgendwelchen Art- oder Fashionhotels. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind so bunt und vielseitig, wie die Stadt selbst.

Vielleicht habt Ihr jetzt ein bisschen Lust auf Amsterdam bekommen und ich hoffe, dass meine Tipps Euch bei Eurem Trip eine kleine Hilfe sind.

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Wiebke

Wiebke

Geboren 1977 und beschenkt mit 150cm quirliger Lebensgröße.
Lebensumarmerin, Pferdestehlerin, Situationskomikerin, Genießerin und Grüblerin.
Irgendwas zwischen modebegeistert und modekritisch, Schuhrudelführerin und Stilsammlerin.
Mama und Hundefrauchen.
Klein aber fein und trotzdem KEIN PÜPPCHEN!

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