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Buchtipp: Töchter der Straße

Wenn man dem derzeitigen Wetter überhaupt etwas gutes entnehmen kann, dann ist es für mich die Tatsache, dass es perfektes Lesesessel-und-Buch-Wetter ist. Im Moment treibt mich nur mein Hund vor die Tür oder aufgebrauchte Lebensmittelvorräte und so nutze ich jede freie Minute zum Lesen.

Töchter der Straße, erschienen bei Amazon crossing, hatte ich per Zufall entdeckt und da sich der Klappentext ganz gut „anhörte“, hatte ich es gekauft und innerhalb von zwei Tagen weggelesen.

Kay Bratt hat in diesem Roman sehr liebenswerte Charaktere gezeichnet und zum Leben erweckt, die zu begleiten mir wirklich viel Spaß gemacht hat. Die Geschichte spielt in China, zur Zeit nach Mao und seiner Kulturrevolution und bietet den einen oder anderen Einblick in die Geschichte, Kultur und Lebensweise einer Nation, die mir bis dato noch sehr unbekannt war und auch noch ist. Dieses Buch ist weder ein Geschichtsbuch noch eine sozialpolitische Abhandlung, es ist einfach nur die Geschichte von Benfu.

Benfu ist Müllsammler und lebt zusammen mit der Liebe seines Lebens und seinen Adoptivtöchtern in sehr armen Verhältnissen. Er hat in seinem bescheidenen Leben viel Schlimmes erleben müssen und gibt trotzdem soviel Gutes zurück. Vom Schicksal und Chinas Ein-Kind Politik gebeutelt, haben er und seine Frau Calla-Lilly es sich zur Aufgabe gemacht, weibliche Waisenkinder von der Straße zu holen und ihnen ein liebevolles Zuhause und Bildung zu geben. Der Leser begleitet den Müllsammler durch seinen Alltag, lernt seine Arbeit, seine Sorgen und Nöte kennen und natürlich auch seine Töchter mit all ihren Besonderheiten.

Ich mochte sie alle und auch wenn ich es mir nicht vorstellen könnte, so leben zu wollen, so wäre ich wahnsinnig gerne Gast in diesem Haus, das einfach so voller Leben und Wärme ist. Ein Lob an Kay Bratt für das Talent, aus Wörtern lebendige Wesen zu formen.

Natürlich ist die Geschichte ein wenig beschönigt und romantisiert, aber das hat mich nicht gestört. Ich bin sogar der Meinung, dass ich die harte Realität nicht hätte lesen wollen. So konnte ich ganz wunderbar entspannen bei dieser Lektüre über die Liebe einer Familie und die erste große Liebe eines Mädchens ohne Wurzeln.

Ich möchte nicht zuviel verraten, nur soviel, das Ende hat mich zu Tränen gerührt.

(Coverbild mit freundlicher Genehmigung von Amazon Crossing)

Über den Autor

Wiebke

Wiebke

Geboren 1977 und beschenkt mit 150cm quirliger Lebensgröße.
Lebensumarmerin, Pferdestehlerin, Situationskomikerin, Genießerin und Grüblerin.
Irgendwas zwischen modebegeistert und modekritisch, Schuhrudelführerin und Stilsammlerin.
Mama und Hundefrauchen.
Klein aber fein und trotzdem KEIN PÜPPCHEN!

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